Schritte sind nicht der Tango.
Schritte sind das Vokabular. Sie geben uns Möglichkeiten, Formen und Orientierung. Aber Tango entsteht erst dort, wo aus diesen Möglichkeiten eine unmittelbare Wahrnehmung zwischen zwei Menschen wird.
Man führt nicht einfach eine Folge aus. Man hört, spürt, antwortet, verändert und lässt sich verändern. Der Tanz wird zu einem Dialog.
Tango ist für mich deshalb weit mehr als das Erlernen von Schritten und Figuren. Entscheidend ist der Moment, in dem zwei Menschen über Musik, Bewegung, Körperwahrnehmung und Aufmerksamkeit miteinander in Kontakt kommen. Die Schritte schaffen den Rahmen – die eigentliche Qualität entsteht dazwischen.
Wer Tango tanzt, erlebt nicht nur einen Ablauf von Bewegungen, sondern eine Form unmittelbarer Begegnung. Jeder Moment kann anders sein, weil sich beide Tänzer aufeinander einstellen, einander wahrnehmen und miteinander kommunizieren.
„Schritte sind das Vokabular.
Tango entsteht in der Wahrnehmung.“